German Welche Partei wählt ihr / würdet ihr wählen?

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Welche Partei?
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CDU
1.45% (1)
FDP
5.80% (4)
SPD
5.80% (4)
Die Grünen / Bündnis 90
7.25% (5)
Piratenpartei
57.97% (40)
Die Linke
2.90% (2)
Eine andere Partei
2.90% (2)
Ich geh nicht wählen...
11.59% (8)
Sag ich nicht, bleibt geheim
1.45% (1)
Weiß ich (noch) nicht.
2.90% (2)
69 votes cast
27.09.09 08:46:12 pm
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Reaper
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Die Wähler der Piratenpartei tendieren eher Richtung Rot / Grün / Links als Union / FDP. Vorallem wenn man den Punkt ist Gesicht fasst das die PP ohnehin mit den Grünen im Parlament mitstimmen wollten.

Sprich die 2 % wären größtenteils auf SPD / Grün / Links aufgeteilt worden, und danach wäre das Verhältnis zwischen Union / FDP und SPD / Grün / Links knapp 50:50
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27.09.09 10:34:26 pm
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Assassine
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wer hat die wahl gewonne?
voll lol ttotal lolisch und am loligsten löööölz hahahah loool
27.09.09 11:37:30 pm
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jeepohahyo
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Reaper has written:
Sprich die 2 % wären größtenteils auf SPD / Grün / Links aufgeteilt worden, und danach wäre das Verhältnis zwischen Union / FDP und SPD / Grün / Links knapp 50:50

Vermutlich wären diese 2% größtenteils auch nicht zur Wahl gegangen oder hätten ungültig gestimmt.
Wer Piraten wählt neigt grundsätzlich eher nicht dazu, das kleinere Übel zu wählen.
28.09.09 12:29:29 am
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Nova
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@Dicker: Joa, stimmt schon.


army3 has written:
wer hat die wahl gewonne?

Das kann man so nicht sagen. CDU und FDP können eine Koalition eingehen, also kann man sie als Gewinner bezeichnen.
Allerdings haben auch FDP und die Linke einen großen Stimmenzuwachs gekriegt. Daher könnte man sie auch als Gewinner bezeichnen.

Aber auf alle Fälle hat die SPD verloren. Sie ist nicht an der Regierung beteiligt und hat riesige Stimmenverluste eingefahren.
edited 2×, last 28.09.09 01:19:24 am
Hexenverbrennung, Inquisition, Kreuzzüge... Wir wissen, wie man feiert! - Ihre Kirche
28.09.09 02:04:17 am
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Reaper
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Die SPD ist höchstwahrscheinlich nicht an der Regierung beteiligt. Wäre mir neu das bereits eine neue Regierung angelobt wurde.
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28.09.09 02:25:04 am
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EwokChieftain
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Hallo Kinder.
Der Altmoderator schaut mal wieder aus dem Exil rein und macht den Partypupser.
Wollte nur kurz sagen:
Ich freu mich als Liberaler über das Ergebnis. Und finds erstaunlich und reif dass das Volk in der Krise nicht zu Papa Staat rennt und ausgerechnet von ihm Hilfe erwartet (dann wär jetzt die rote Flut).

Eure lustigen Piraten hatten viele Interessenten und viel Medieninteresse und haben die Chance verpasst. Zuwenig Positionen besetzt. Logisch, wenn man jemanden 4 Jahre ins Parlament wählen soll, dann sollte der auch zu allem was wichtig ist ne Meinung haben. Und sie einem darstellen.
Eine bessere Grundlage als ein Thema ist dabei erfahrungsgemäß eine Grundidee, wozu im Groben wir so ein Staats-Dings brauchen (oder nicht brauchen). Da lässt sich auch im Schnellaufbau ne Linie durchs Programm ziehen.
Das haben die von ihrem Ausgangspunkt aus ("Internet soll frei sein") nicht getan, sonst wären sie jetzt eine liberale oder libertäre Partei. Das sind Strömungen, die gibt's schon. Aber die Piraten wollen ja ganz "anders" sein und werden dadurch beliebig.

Für meine Verhältnisse war das kurz...
War grad am durchschauen, wie das Internet so auf die Wahl reagiert und irgendwann war der Cursor auf Unreal Software.
IMG:http://home.arcor.de/ewokchieftain/Bilder/KSI.jpg
28.09.09 07:12:15 am
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ohaz
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Schön dass du mal wieder vorbeischaust
Jetzt kommt der neuModerator und antwortet auf dich
Genau wenn man sagt, dass zu wenige Positionen besetzt sind, sind 2% doch ziemlich viel. Klar hätte ich gerne mehr gehabt, aber das ist die erste Bundestagswahl...
Was mich bei dem Liberalen Zeugs ein wenig stört ist, dass ich Angst habe dass das alles nur Populismus war. Und dass da letzten Endes wieder komplett vom Wahlprogramm abgegangen wird.
Wenn die Parteien wenigstens versuchen sich an ihr Wahlprogramm zu halten... dann könnte es ja ganz gut werden.
https://ohaz.engineer - Software Engineering
28.09.09 12:27:35 pm
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PyroCracker
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Die Piratenpartei ist wie erwartet an der 5% Hürde gescheitertet und das derbe.Aber gut,dass war zu erwarten.

Für die Partei dürften die 2% aber schon ein Achtungserfolg sein.

Artikel dazu im Fokus:

http://www.focus.de/digital/internet/piratenpartei-die-2-prozent-opposition_aid_439741.html

Das bekannte Problem lautet bei den Piraten eben:
Ein-Themen Partei
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28.09.09 02:32:22 pm
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jeepohahyo
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Viel schlimmer als das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde ist doch ganz klar das Scheitern der Pi-raten an den 3,14% (BTW: DCs Unicode-Code fürs Forum ist immer noch kaputt)

Quote:
Logisch, wenn man jemanden 4 Jahre ins Parlament wählen soll, dann sollte der auch zu allem was wichtig ist ne Meinung haben. Und sie einem darstellen.

Wenn wir alles von der FDP kopieren würde, wäre das dann besser? Wir müssen das erstmal basisdemokratisch erarbeiten. Sobald die Verwaltungssachen die sich bei der Wahl angestaut haben (wir müssen zB Inventur und Kassensturz machen) abgearbeitet sind rollt die Maschinerie.

Nächster programmatischer Bundesparteitag ist nächstes Jahr denke ich. Bis dahin haben die AK ihre Programmentwürfe fertig und legen die vor.

Wieso denkst du eigentlich, dass wir so ein Vollprogramm brauchen? Im Moment liegt doch nichts wirklich im Argen, aber unsere Bürgerrechte sind bedroht, sobald es nicht mehr um traditionelle Medien geht. Im Moment werden Weichen für Entwicklungen gestellt, die sich vermutlich erst unseren Enkeln ganz erschließen werden. Und das ZugErschG zeigt ganz klar, wie inkompetent unsere Politiker in diesen Bereichen sind. Wirtschaft? Gesundheitssystem? Familienpolitik? Kriegen die alles hin, also brauchen wir da nicht eingreifen, nur bei Netzpolitik muss man korrigieren bevor es zu spät ist.

Ist ungefähr wie mit Umweltschutz in den 80ern, das haben die Grünen ja auch für sich entdeckt, und die Themen im Parlament vertreten, bei denen nicht auf die NGOs gehört wurde. Und man sieht: Bis das Thema wirklich "heiß" wurde, hat es auch bis heute gedauert. Eine Generation, kommt hin.

Und nun komm mir bitte nicht damit, dass die FDP unsere Bürgerrechte verteidigt. Ich komme gar nicht mit dem Mobbingfall gegen Frau Leutheusser-Schnarrenberger 1996 beim Beschluss des Großen Lauschangriffs (olle Kamellen), aber zum Beispiel hat die FDP bei den Koalitionsverhandlungen in Sachsen schon wieder gegen Bürgerrechte gestimmt. (Telefonüberwachung ausgeweitet)

Wenn man die FDP vor die Wahl zwischen Wirtschaft und Bürgerrechte stellt, dann ist ganz klar, auf welche Seite die umkippen. Und so wird es auch wieder beim Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP sein.

Ansonsten finde es irgendwie merkwürdig, dass du direkt bei der Forderung nach Bürgerrechten denkst, dass man dann zwangsläufig zu einer neoliberalen Position kommen muss...
Auch ein Sozialdemokrat kann für Bürgerrechte eintreten. Macht die SPD zwar nicht, aber die Piraten wurden schon zu Gesprächen eingeladen. Also steht bald die CDU zumindest auf dem Papier bald isoliert da. Ich denke aber halt, dass de facto trotzdem die FDP ihre Bürgerrechtsversprechen im Notfall als Erstes über Bord wirft, und ich kann dir garantieren, dass die Piraten jetzt vier Jahre lang mit Argusaugen die Politik der Liberalen betrachten und Herrn Westerwelle an seine Versprechen erinnern. Das Internet vergisst nichts.

Übrigens: Was sagt denn deine ach so tolle neoliberale Wirtschaftstheorie zu immateriellen Gütern?
Da ist der Staat wieder gut genug um Strukturen, die Trusts ähneln, durchzusetzen oder was?
28.09.09 04:24:52 pm
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A Mad Bro
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naja wenigstens is es jetzt vorbei
On the outside I may appear like an emotionless sarcastic piece of shit but just like an onion when you peel off more layers you find the exact same thing every single time and you start crying.
28.09.09 06:57:27 pm
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EwokChieftain
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@ Günter: Hilfloser Versuch, die Wogen zu glätten. Politik ist Krieg!

Dicker has written:
Viel schlimmer als das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde ist doch ganz klar das Scheitern der Pi-raten an den 3,14% (BTW: DCs Unicode-Code fürs Forum ist immer noch kaputt)

Hehe.
Fünf-Prozent-Hürde saugt.
Die müsste mal weg. Logische kleinste Einheit für ne Fraktion ist 1,0 Sitze.

Dicker has written:
Wenn wir alles von der FDP kopieren würde, wäre das dann besser?

Bitte nicht! Ich hatte ja schließlich die Hoffnung, ihr würdet eine richtig liberale Partei werden. FDP ist mir zu staatsfromm und hat gestern nur von mir zwei Stimmen bekommen, weil sie die am wenigsten unliberale Partei sind, die die 5-Prozent-Hürde wohl knacken würde.

Dicker has written:
Wir müssen das erstmal basisdemokratisch erarbeiten. Sobald die Verwaltungssachen die sich bei der Wahl angestaut haben (wir müssen zB Inventur und Kassensturz machen) abgearbeitet sind rollt die Maschinerie.

Nächster programmatischer Bundesparteitag ist nächstes Jahr denke ich. Bis dahin haben die AK ihre Programmentwürfe fertig und legen die vor.

Du bist ja scheints voll eingebunden. Parteimitglied oder Jungpirat?
Das beschriebene Vorgehen halte ich nur in Hinsicht auf die Wahl gestern für unklug. Wenn ihr meint, dass sich in 4 Jahren noch wer für euch interessiert, dann könnt ihr's natürlich auch diskursiv angehen...
wobei ich glaube, dass da starke Zerreißkräfte auf euch zukommen bei den vielen verschiedenen Vorstellungen die zu euch eingebracht werden.

Dicker has written:
Wieso denkst du eigentlich, dass wir so ein Vollprogramm brauchen? Im Moment liegt doch nichts wirklich im Argen, aber unsere Bürgerrechte sind bedroht, sobald es nicht mehr um traditionelle Medien geht.

Informatisch und damit piratenverständlich ausgedrückt:
Beim Ist-Zustand liegt nichts im Argen. Den Leuten geht's jetzt gut.
Aber wir haben ja so ein kleines bisschen Wirtschaftskrise. Die ist möglicherweise schon vorbei, man weiß es aber nicht sicher.
Wirtschaft ist schon normal nicht so das unwichtigste Thema, und in einer Krise werden Weichen gestellt. Da ist es eine zu unsichere Kiste, eine Partei zu wählen, von der man nichtmal grob weiß, an wen sie sich binden würde.
Stell dir mal so ne Zünglein-an-der-Waage-Situation vor...
Und jetzt den Wähler, wie er sich darüber Gedanken macht. Und dann seinen Stift doch lieber ein paar Kästchen weiterführt.

Dicker has written:
Wirtschaft? Gesundheitssystem? Familienpolitik? Kriegen die alles hin, also brauchen wir da nicht eingreifen, nur bei Netzpolitik muss man korrigieren bevor es zu spät ist.

Ist ungefähr wie mit Umweltschutz in den 80ern, das haben die Grünen ja auch für sich entdeckt, und die Themen im Parlament vertreten, bei denen nicht auf die NGOs gehört wurde. Und man sieht: Bis das Thema wirklich "heiß" wurde, hat es auch bis heute gedauert. Eine Generation, kommt hin.

Das stimmt. Die Partei der Grünen hatte in der thematisch verengten Phase wohl mehr Einfluss auf die Politik als seit sie sich weiterentwickelt hat.

Dicker has written:
Und nun komm mir bitte nicht damit, dass die FDP unsere Bürgerrechte verteidigt. Ich komme gar nicht mit dem Mobbingfall gegen Frau Leutheusser-Schnarrenberger 1996 beim Beschluss des Großen Lauschangriffs (olle Kamellen), aber zum Beispiel hat die FDP bei den Koalitionsverhandlungen in Sachsen schon wieder gegen Bürgerrechte gestimmt. (Telefonüberwachung ausgeweitet)

Kein Widerspruch von mir. Und mit der Behauptung wäre ich so nicht gekommen, die wär schon eher abenteuerlich.
Präziser: die FDP behindert den Schäuble (oder seinen Nachfolger, mal schauen) a bissl und verhindert das schlimmste. Hängt ihm so als träge Masse am Bein und sagt: "Aber-aber- eigentlich wollen wir das doch gar nicht".
Das ist jedenfalls, wie es historisch meistens war. Ich denk aber, dass ihre Arbeit diesmal aggressiver sein wird. Ham' ja auch mehr Prozente im Rücken als bei Kohl noch.

Dicker has written:
Wenn man die FDP vor die Wahl zwischen Wirtschaft und Bürgerrechte stellt, dann ist ganz klar, auf welche Seite die umkippen. Und so wird es auch wieder beim Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP sein.

In diesem Wahlkampf war das Bürgerrechtsthema sehr betont, deshalb glaube ich dass es besser wird als zu Kohl-Zeiten. Sonst können die rund 15 Prozent ganz schnell wieder weg sein, das weiß die Parteiführung schon. Wer schnell aufsteigt, an den werden hohe Erwartungen gestellt, ist beim Herrn Obama in Wurstschinken ja genauso.

Dicker has written:
Ansonsten finde es irgendwie merkwürdig, dass du direkt bei der Forderung nach Bürgerrechten denkst, dass man dann zwangsläufig zu einer neoliberalen Position kommen muss...

OK, bissl Terminologie:
Neoliberalismus verfolgt eine nachfrageorientierte, stark staatsgelenkte, keynesianische Wirtschaftspolitik. Bekanntester Neoliberaler ist Ludwig Erhard.
Ein Synonym dafür ist Ordoliberalismus.
Das ist also das, was hierzulande eigentlich alle machen... inklusive der FDP. Leider.
Mir wäre ja die anarchokapitalistisch-altliberale Linie lieber. Also das, was du wahrscheinlich mit "neoliberal" meinst.
Eins will ich, dass hängenbleibt: die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der FDP sind alles andere als radikal. Was ich wie gesagt bedaure.

Dicker has written:
Auch ein Sozialdemokrat kann für Bürgerrechte eintreten. Macht die SPD zwar nicht, (...)

Macht sie mehr als du denkst. In Bürgerrechtsfragen war sie zeitweise liberaler als die FDP. In jüngster Zeit (Schily und GroKo) hat sich das aber gewandelt.

Dicker has written:
(...) aber die Piraten wurden schon zu Gesprächen eingeladen. Also steht bald die CDU zumindest auf dem Papier bald isoliert da.

Versteh ich nicht. Wie soll eine Annäherung einer Noch-über- und einer noch-unter-5-Prozent-Partei die stärkste Partei des Bundestags isolieren?

Dicker has written:
Ich denke aber halt, dass de facto trotzdem die FDP ihre Bürgerrechtsversprechen im Notfall als Erstes über Bord wirft,

Glaub ich nicht, obwohl's der Erfahrung mit ihr entspräche, s.o.
Dicker has written:
und ich kann dir garantieren, dass die Piraten jetzt vier Jahre lang mit Argusaugen die Politik der Liberalen betrachten und Herrn Westerwelle an seine Versprechen erinnern. Das Internet vergisst nichts.

Gut so. Siehe liberale Blogs, die machen dasselbe und verwenden im Schnitt etwa gleichviel Text darauf, auf der FDP rumzuhacken wie auf den noch schlimmeren Etatisten und Bürgerfeinden.
Weil da nehmen's die entsprechenden Leute persönlich, wegen des Partei-Untertitels.

Dicker has written:
Übrigens: Was sagt denn deine ach so tolle neoliberale Wirtschaftstheorie zu immateriellen Gütern?

Der Neoliberalismus (grobe Definition s.o.) ist eine Leitlinie für die Wirtschaftsordnung in einem Staat.
Wir reden von Patenten, Geschmackmustern und kreativem Eigentum, richtig?
Das sind Rechtsfragen.
Ich seh das als eine Abwägung in einem Dreieck: Freiheit vs. Recht vs. Gemeinnutz
Der Gemeinnutz kann auch ein wirtschaftlicher sein, so denke ich dass z.B. das Patentrecht gegenüber dem Zustand jetzt eher laxer wird, wenn Liberale mitreden. In dem Maße, in dem es der Volkswirtschaft nutzt und nicht schon wieder Innovationen verhindert, weil sie sich nicht lohnen.

Beim ganzen Musik-MP3-Thema weiß ich nicht, was die FDP meint, aber als Liberaler sag ich:
Der Künstler entscheidet, und wenn er sein Zeug nicht als gemeinfrei hergibt, dann definiert er gefälligst, wie es verwendet werden darf. Wenn er also Geld dafür will, dann sollte nutzerübergreifendes (=Raub-)Kopieren weiterhin verboten sein.
Das Recht auf Privatkopie von Daten, die man besitzt, sollte aber voll wiederhergestellt werden. Aus dem banalen praktischen Grund, dass Datenträger kaputtgehen können. Und man zahlt ja nicht für ne Scheibe Plastik, sondern für die Lieder drauf.

Dicker has written:
Da ist der Staat wieder gut genug um Strukturen, die Trusts ähneln, durchzusetzen oder was?

Öh, keine Ahnung, was sind Trusts?
Ich kenn nur den National Trust, das ist ein Umweltschutzverein in den Staaten. Den meinst du wohl nicht.

Ich leg zum Abschluss noch Wert auf die Feststellung, dass ich dir bisher nicht entgegengekommen bin. Ich hab mich oben als Liberalen bezeichnet, nicht als uneingeschränkten Freund der FDP.
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28.09.09 10:59:39 pm
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jeepohahyo
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Quote:
Du bist ja scheints voll eingebunden. Parteimitglied oder Jungpirat?

Zur Mitgliedschaft bei den Jungpiraten bin ich noch nicht gekommen, aber Piratenmitglied bin ich.

Quote:
Informatisch und damit piratenverständlich ausgedrückt:

Vielen Dank, ich bin nicht blöd. Diese herablassende Reden kannst du dir sparen, das muss ich mir schon von den JuLis ständig anhören, die uns an den Infoständen anpöbeln

Nur weil wir eine Krise im Moment haben, für die wir, wie ich oben gesagt habe, bei allen Parteien die Kompetenzen haben um gegenzusteuern, wieso soll ich mir dann bei den Bürgerrechten, die mir im Moment viel wichtiger sind, Kompromisse eingehen?

Quote:
Präziser: die FDP behindert den Schäuble (oder seinen Nachfolger, mal schauen) a bissl und verhindert das schlimmste. Hängt ihm so als träge Masse am Bein und sagt: "Aber-aber- eigentlich wollen wir das doch gar nicht".
Das ist jedenfalls, wie es historisch meistens war. Ich denk aber, dass ihre Arbeit diesmal aggressiver sein wird. Ham' ja auch mehr Prozente im Rücken als bei Kohl noch.

Ich bin echt nicht davon überzeugt, Sachsen reichte mir schon (s.o.), und das war auch erst vor einer Woche, also so viel helfen die Wahlversprechen anscheinend nicht.

Quote:
OK, bissl Terminologie:
Neoliberalismus verfolgt eine nachfrageorientierte, stark staatsgelenkte, keynesianische Wirtschaftspolitik. Bekanntester Neoliberaler ist Ludwig Erhard.
Ein Synonym dafür ist Ordoliberalismus.
Das ist also das, was hierzulande eigentlich alle machen... inklusive der FDP. Leider.
Mir wäre ja die anarchokapitalistisch-altliberale Linie lieber. Also das, was du wahrscheinlich mit "neoliberal" meinst.
Eins will ich, dass hängenbleibt: die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der FDP sind alles andere als radikal. Was ich wie gesagt bedaure.

Okay, ich gebe zu, ich habe ein wenig Kampfsprache benutzt

Allerdings ist Neoliberalismus nicht an Keynes gebunden, da gibts noch andere, und die können sich doch eh nicht zwischen Keynesianismus und Neoklassizismus entscheiden. Wenn der große Knall mit dem einen kommt dann wandern alle wieder zum anderen

Quote:
Macht sie mehr als du denkst. In Bürgerrechtsfragen war sie zeitweise liberaler als die FDP. In jüngster Zeit (Schily und GroKo) hat sich das aber gewandelt.

"Zeitweise" interessiert mich nicht. Es geht mir um das hie rund jetzt. In der Hinsicht hat die SPD viel zu spät einen draufgekriegt.

Quote:
Versteh ich nicht. Wie soll eine Annäherung einer Noch-über- und einer noch-unter-5-Prozent-Partei die stärkste Partei des Bundestags isolieren?

CDU: Ich sag nur Schäuble.
FDP: Auf dem Papier gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
Grüne: Gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
Linke: Gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
SPD: Diskussion mit den Piraten, also hoffentlich bald auch gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung

So mein ich das. Die CDU ist bald alleine auf weiter Flur.
Wenn alle auf denen rumhacken und das mediale Echo entsprechend ausfällt, dann bringen denen ihre Bundestagsplätze auch wenig.

Quote:
Der Neoliberalismus (grobe Definition s.o.) ist eine Leitlinie für die Wirtschaftsordnung in einem Staat.
Wir reden von Patenten, Geschmackmustern und kreativem Eigentum, richtig?
Das sind Rechtsfragen.

Immaterielle Güter sind erstmal eine Ware wie jede andere. Warum der Markt da versagt hab ich ein paar Seiten vorher mal erklärt.
Da muss also der Staat eingreifen.

Und die Freiheit der Künstler ist sehr wichtig, aber im Moment schon eine Utopie (wenn die Parteien nicht mal auf die Piraten hören). Was meinst du warum viele Künstler den Piraten beitreten? Die Künstler können sowieso nicht entscheiden, wie sie veröffentlichen, das macht der Verwerter, der der eigentliche Gewinner beim Urheberrecht ist.
Der Künstler hat einen Knebelvertrag, den er wohl oder übel unterschreiben muss, wenn er vermarktet werden will. Das Machtgefälle ist übrigens noch schlimmer in der Wissenschaft, steht alles ein paar Seiten vorher.

Quote:
Öh, keine Ahnung, was sind Trusts?
Ich kenn nur den National Trust, das ist ein Umweltschutzverein in den Staaten. Den meinst du wohl nicht.

Mit Trusts meine ich Zusammenschlüsse von Firmen.
Also Preisabsprachen, Produktionsdrosselungen, Oligopole, alles was den Markt wundervoll verzerrt und dem Konsumenten toll schadet, weshalb es auch Kartellrecht gibt.

Das tollste ist ja, dass die sich gar nicht absprechen brauchen, das liegt ja im Interesse aller, dass die Ware knapp ist. Und da die einzelnen Firmen auf ein bestimmtes Werk eh immer ein Monopol haben, kann der Markt da auch nicht mehr helfen (sonst würde ja einer einspringen, produzieren, billiger verkaufen, Konkurrenz halt, Kunden freuen sich).

Immaterielle Güter kriegen also eh eine Extrawurst, also kann und sollte man sich auch mal Gedanken über was komplett neues machen.

Post ist hier:
http://www.unrealsoftware.de/forum_posts.php?post=142732&start=60#post149683

Kritik jenseits von "Ist Bullshit" ist erwünscht.
29.09.09 11:50:51 am
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EwokChieftain
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Dicker has written:
Quote:
Informatisch und damit piratenverständlich ausgedrückt:

Vielen Dank, ich bin nicht blöd. Diese herablassende Reden kannst du dir sparen, das muss ich mir schon von den JuLis ständig anhören, die uns an den Infoständen anpöbeln

Tut mir leid, falls das so geklungen hat. War ned so gemeint.
Bisschen Spott in der FuZo muss man aber ertragen müssen, das geht den Julis wiederum an ihren Ständen nicht anders.
Solang's kein dauerhaftes Belästigen und Behindern der Wahlkampfarbeit ist...

Dicker has written:
Nur weil wir eine Krise im Moment haben, für die wir, wie ich oben gesagt habe, bei allen Parteien die Kompetenzen haben um gegenzusteuern, wieso soll ich mir dann bei den Bürgerrechten, die mir im Moment viel wichtiger sind, Kompromisse eingehen?

Die können ja das dominierende Thema bleiben.
Ich meine halt, vage Vorstellungen zum Rest wären hilfreich (gewesen gestern). Im Vergleich zu den frühen Grünen kann man sagen: bei denen wusste man, dass sie irgendwie links waren. Und mit wem sie darum tendenziell zusammengehen würden.
Aber jetzt is' vorbei, bis zur nächsten Wahl habt ihr euch eh schärfer profiliert.

Dicker has written:
Allerdings ist Neoliberalismus nicht an Keynes gebunden, da gibts noch andere, und die können sich doch eh nicht zwischen Keynesianismus und Neoklassizismus entscheiden. Wenn der große Knall mit dem einen kommt dann wandern alle wieder zum anderen

Hab ich vor Keynes das "i.d.R" vergessen? Ups.

Dicker has written:
Quote:
Versteh ich nicht. Wie soll eine Annäherung einer Noch-über- und einer noch-unter-5-Prozent-Partei die stärkste Partei des Bundestags isolieren?

CDU: Ich sag nur Schäuble.
FDP: Auf dem Papier gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
Grüne: Gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
Linke: Gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
SPD: Diskussion mit den Piraten, also hoffentlich bald auch gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung

So mein ich das. Die CDU ist bald alleine auf weiter Flur.
Wenn alle auf denen rumhacken und das mediale Echo entsprechend ausfällt, dann bringen denen ihre Bundestagsplätze auch wenig.

Wenn dem so käme, dann wäre das wahrscheinlich so.
Aber glaubst du ned, dass bei den Gesprächen eher mögliche Kompromisse für eine Koalition irgendwann ausgehandelt werden?
Kann mir nicht vorstellen dass die SPD in dem Rahmen ihre eigenen Positionen überdenkt, dafür sind doch eher Parteitage da.

Dicker has written:
Immaterielle Güter sind erstmal eine Ware wie jede andere. Warum der Markt da versagt hab ich ein paar Seiten vorher mal erklärt.
Da muss also der Staat eingreifen.

Marktversagen heißt Entstehen eines Mono-/Oligopols.
Das seh ich nicht so gegeben.
- Bei der Musik gibts auch die kleinen Firmen, und viele Bands haben einen Direktvertrieb über irgend so ne Internet-Versandfirma. Das wird immer beliebter.
- Bei den Buchverlagen gibts eh schon immer ne große Vielfalt (wobei hier die großen Verlage eindeutig billiger anbieten können).
- Bei den Presseverlagen, ok, da am ehesten. Aber die Zeitungen/Nachrichtenmagazine sterben ja eh aus.
Und Szeneblätter für irgendein besonderes Interesse lassen sich wieder vorzüglich übers Internet vermarkten.

Also das Jammern über die Macht der pöhsen Musikindustrie ist m.E. vor allem ein moralischer Schutzmechanismus der Schwarzkopierer.

Dicker has written:
Und die Freiheit der Künstler ist sehr wichtig, aber im Moment schon eine Utopie (wenn die Parteien nicht mal auf die Piraten hören). Was meinst du warum viele Künstler den Piraten beitreten? Die Künstler können sowieso nicht entscheiden, wie sie veröffentlichen, das macht der Verwerter, der der eigentliche Gewinner beim Urheberrecht ist.

Wie oben gesagt glaube ich, dass die, sagen wir, Urheber im Moment schon die Wahl haben bei ihrem Vertrieb.
Wenn sie aber mal für ne große Firma eingespannt sind, haben sie in der Tat Pech gehabt.
Deshalb denke ich auch, dass das Urheberrecht reformiert gehört, damit die Künstler nicht mit leeren Händen dastehen, wenn sie von einem Brötchengeber genug haben. Defeudalisierung könnte man das nennen.

Dicker has written:
Der Künstler hat einen Knebelvertrag, den er wohl oder übel unterschreiben muss, wenn er vermarktet werden will. Das Machtgefälle ist übrigens noch schlimmer in der Wissenschaft, steht alles ein paar Seiten vorher.

Zur Wissenschaft hab ich da keine Passage gefunden.
Und ich hab jetzt glaube ich alles gelesen, was du hier bisher geschrieben hast.

Dicker has written:
Mit Trusts meine ich Zusammenschlüsse von Firmen.
Also Preisabsprachen, Produktionsdrosselungen, Oligopole, alles was den Markt wundervoll verzerrt und dem Konsumenten toll schadet, weshalb es auch Kartellrecht gibt.

M-hm. Und du hast gemeint, die FDP fördert sowas?

Dicker has written:
Das tollste ist ja, dass die sich gar nicht absprechen brauchen, das liegt ja im Interesse aller, dass die Ware knapp ist. Und da die einzelnen Firmen auf ein bestimmtes Werk eh immer ein Monopol haben, kann der Markt da auch nicht mehr helfen (sonst würde ja einer einspringen, produzieren, billiger verkaufen, Konkurrenz halt, Kunden freuen sich).

Wenn das mit der Verknappung so stimmt, warum komm ich dann immer an die Alben und Bücher so problemlos ran, die ich will?

Dicker has written:
Immaterielle Güter kriegen also eh eine Extrawurst, also kann und sollte man sich auch mal Gedanken über was komplett neues machen. (Link)

Das da ist ein Geschäftsmodell, keine Idee, wie das Urheberrecht in Zukunft aussehen soll.
Das Konzept gibts offenbar schon, was willst du drüberhinaus machen? Es per Gesetz erzwingen, dass Medieninhalte nur noch so vertrieben werden?
Nee, oder?
Also was da steht ist für Firmengründer interessant, aber nicht für die Politik.

Dicker has written:
Kritik jenseits von "Ist Bullshit" ist erwünscht.

Ich doch nicht.
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29.09.09 02:20:13 pm
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Reaper
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Dicker has written:
CDU: Ich sag nur Schäuble.
FDP: Auf dem Papier gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
Grüne: Gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
Linke: Gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung
SPD: Diskussion mit den Piraten, also hoffentlich bald auch gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung

So mein ich das. Die CDU ist bald alleine auf weiter Flur.
Wenn alle auf denen rumhacken und das mediale Echo entsprechend ausfällt, dann bringen denen ihre Bundestagsplätze auch wenig.


Du lässt heir außer Acht das ein großer Teil der Bevölkerung für eine Überwachung und Zensur (mit Kontrollinstanzen ist) solange eine Gewaltentrennung gegeben ist. Wenn nicht sogar eine deutliche Mehrheit

Quote:
Immaterielle Güter sind erstmal eine Ware wie jede andere. Warum der Markt da versagt hab ich ein paar Seiten vorher mal erklärt.
Da muss also der Staat eingreifen.

Und die Freiheit der Künstler ist sehr wichtig, aber im Moment schon eine Utopie (wenn die Parteien nicht mal auf die Piraten hören). Was meinst du warum viele Künstler den Piraten beitreten? Die Künstler können sowieso nicht entscheiden, wie sie veröffentlichen, das macht der Verwerter, der der eigentliche Gewinner beim Urheberrecht ist.
Der Künstler hat einen Knebelvertrag, den er wohl oder übel unterschreiben muss, wenn er vermarktet werden will. Das Machtgefälle ist übrigens noch schlimmer in der Wissenschaft, steht alles ein paar Seiten vorher.


Auf der einen Seite wird behauptet das Verlage etc. in Zeiten des Internets sowieso unnötig sind und sich jeder Künstler selbst im Internet vermarkten kann, wenn es aber ums Urheberrecht geht ist das dann plötzlich doch wieder nicht möglich und alle Künstler gehen Knebelverträge ein? Ich bitte um Erklärung.

//EDIT: Ich sehe gerade das Ewok noch genauer und sachlicher ausformuliert hat
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29.09.09 02:55:25 pm
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Nova
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Hach, endlich mal eine herrliche Diskussion!
(Ich halte mich lieber mal raus, damit ich die Diskussion nicht störe)

Reaper has written:
Du lässt heir außer Acht das ein großer Teil der Bevölkerung für eine Überwachung und Zensur (mit Kontrollinstanzen ist) solange eine Gewaltentrennung gegeben ist. Wenn nicht sogar eine deutliche Mehrheit

Du meinst damit aber jetzt, dass nur illegale Dinge, wie Kinderpornografie gesperrt werden soll, oder? Gegen Zensur ala DDR bin ich auch mit Gewaltenteilung.
Hexenverbrennung, Inquisition, Kreuzzüge... Wir wissen, wie man feiert! - Ihre Kirche
29.09.09 03:26:29 pm
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Reaper
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Natürlich, und deshalb soll es ja sinnvolle und nachvollziehbare Kontrollinstanzen geben damit das ganze nicht aus den Fugen gerät.
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29.09.09 09:48:48 pm
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jeepohahyo
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Quote:
Tut mir leid, falls das so geklungen hat. War ned so gemeint.

Schon in Ordnung. Mir fehlt hier im Forum der Ton, da kann ich nicht unterscheiden ob das einer böse meint oder nicht. Und die Leute an den Ständen meinen das nunmal leider meistens böse, daher ist das eine Art Reflex geworden, sich beleidigt zu fühlen. Sorry auch von mir

EwokChieftain has written:
Deshalb denke ich auch, dass das Urheberrecht reformiert gehört, damit die Künstler nicht mit leeren Händen dastehen, wenn sie von einem Brötchengeber genug haben. Defeudalisierung könnte man das nennen.

Genau, darum gehts ja

Dass kein Monopol besteht, weil man als Künstler ja noch die Wahl hat, denke ich nicht.
Mal informatisch und damit piratenverständlich ausgedrückt (:D): Man nehme Microsoft: Da hat man ja als Verbraucher auch noch die Wahl zwischen Linux und Mac und trotzdem beeinflussen die den Markt negativ, sowohl von den Preisen als auch der Qualität her (jetzt im Moment zum Glück weniger, dank Google und IBM), auch bei "nur" 90% Marktanteil.

Natürlich gibt es Jamendo, sowie kleine Musikverlage. Aber wenn man nur mal ins Radio schaltet, dann ist fast alles von den großen Labels. Und ich denke nicht, dass das an der Qualität der Musik der kleinen Künstler liegt.

Quote:
Zur Wissenschaft hab ich da keine Passage gefunden.
Und ich hab jetzt glaube ich alles gelesen, was du hier bisher geschrieben hast.

Huch, ich hätte schwören können da wäre was.

Wenn ein Professor an der Uni forscht, etwas rausfindet und seine Ergebnisse veröffentlichen will, dann muss er das immer bei den etablierten Verlagen tun, wenn er überhaupt will, dass er Beachtung findet, und besonders, wenn er ein Peer Review seines Werkes will.

Weil man als Unternehmer nicht mal eben ein wissenschaftliches Journal etablieren kann, ist das auch eine ziemlich abgeschlossene Riege. Darum gibts bei den Journalen auch wieder Verträge, bei denen man alle Lizensierungsrechte an den Verlag abtreten muss, damit sein Artikel dort veröffentlicht wird.
Andere Forscher müssen dann dafür bezahlen, diese Artikel zu nutzen und darauf aufzubauen. Besonders ärgerlich, wenn man bedenkt, dass viele Forscher mit Steuergeldern gefördert werden und die Ergebnisse privatisiert werden.

Also wie in der Musik: Man hat die Wahl zwischen guter Vermarktung und Bekanntheit, aber mit miesen Verträgen, oder ein gerechter Vertrag, mit dem man aber mit noch geringerer Wahrscheinlichkeit ein gutes Auskommen findet.

Quote:
Dicker has written:
Mit Trusts meine ich Zusammenschlüsse von Firmen.
Also Preisabsprachen, Produktionsdrosselungen, Oligopole, alles was den Markt wundervoll verzerrt und dem Konsumenten toll schadet, weshalb es auch Kartellrecht gibt.

M-hm. Und du hast gemeint, die FDP fördert sowas?

Natürlich nur unter der Vorraussetung, dass man die herrschenden Strukturen als trustähnlich ansieht (wo wir ja anscheinend auseinanderliegen): Ja

Die FDP nutzt im Wahlprogramm gerne den Kampfbegriff "digitale Enteignung" für alles was mit Urheberrechtsreformen zu tun hat, also sperrt man sich direkt der Diskussion.

Quote:
Wenn das mit der Verknappung so stimmt, warum komm ich dann immer an die Alben und Bücher so problemlos ran, die ich will?

Wie mit den Solarzellen: Den Preis hochzuhalten ist risikoärmer und langfristig ertragreicher als die Produktion zu erhöhen und dafür halt einen Preisverfall in Kauf zu nehmen.
Funktioniert halt nur bei Waren, bei denen man sicher ist, dass man langfristig gleichbleibende Nachfrage hat. Sollte die Nachfrage ausfallen fällt man auch auf die Schnauze. Aber unter welchen Umständen würden die Menschen aufhören Musik zu hören?

Quote:
Das da ist ein Geschäftsmodell, keine Idee, wie das Urheberrecht in Zukunft aussehen soll.
Das Konzept gibts offenbar schon, was willst du drüberhinaus machen? Es per Gesetz erzwingen, dass Medieninhalte nur noch so vertrieben werden?
Nee, oder?
Also was da steht ist für Firmengründer interessant, aber nicht für die Politik.

Das ist unsere Antwort auf das Argument: "Die Aufhebung des Copyrights für private Nutzung macht die Urherber kaputt"
Wir zeigen nur, dass sowas grundsätzlich funktionieren kann und sich zum Wohle aller auswirken könnte.

Reaper has written:
Natürlich, und deshalb soll es ja sinnvolle und nachvollziehbare Kontrollinstanzen geben damit das ganze nicht aus den Fugen gerät.

Problem ist eben nur, dass noch keiner eine vernünftige Idee hatte, wie man das umsetzen kann.
29.09.09 11:49:04 pm
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Reaper
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Die Idee der Piraten ist aber um nichts besser. Das löschen von Inhalten ist nur eine verschärfte Form von Zensur. Klar kann man jetzt argumentieren das es ja nur nahegelegt wird und der Serveranbieter informiert wird. Allerdings wie würde das aussehen wenn die PP wirklich regieren würde? Bei einem ausarten der Zensur wäre das Modell der Piraten deutlich verherrender als das der Union.

Weiß grade nicht ob ich das hier schon geschrieben habe.

Was ich auch interessant finde ist das eine Erstattung höher sein kann als die verursachten Kosten, wobei die Wahlkosten(rück)erstattung mittlerweile umbenannt wurde. Hab ich zumindest wo gelesen
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30.09.09 12:14:09 am
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Nova
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Reaper has written:
Die Idee der Piraten ist aber um nichts besser. Das löschen von Inhalten ist nur eine verschärfte Form von Zensur.

??
Wo steht, dass die Piraten Inhalte löschen wollen?
Hexenverbrennung, Inquisition, Kreuzzüge... Wir wissen, wie man feiert! - Ihre Kirche
30.09.09 05:43:31 am
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Nur bei Kinderpornos soweit ich weiß.
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